Marktentwicklung
Öl, Kohle, Gas, Kernenergie – diese vier Ressourcen bildeten über Jahrzehnte die Grundlage des Energiemixes. Doch in den vergangenen Jahren setzte sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass fossile und nukleare Energieträger nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Daher kann der weltweit gestiegene und noch weiter steigende Bedarf auf Basis herkömmlicher Technologien nicht nachhaltig abgedeckt werden. Als erste Symptome des einsetzenden Wandels sahen Experten die gestiegenen Energiepreise. Zusätzlich erfordert der globale Klimawandel eine Reduktion der weltweiten CO2-Emission. Hierfür kann die energiepolitische Antwort nur in der Erschließung und dem Ausbau alternativer und nachhaltiger Technologien zur Energiegewinnung liegen.
Eine wichtige Rolle beim künftigen Ausbau der Solarindustrie kommt der Dünnschicht-Technologie zu. Laut einer Studie des Bankhauses Sarasin ist der Marktanteil der Dünnschichttechnologien im Jahr 2008 auf 16% oder 1.100 MW angestiegen. Für 2009 erwarten die Experten eine Gesamtproduktion im Bereich Dünnschicht von rund 2.100 MW. Da die Zellproduktionsmenge weltweit auf insgesamt 10,5 GW im Jahr 2009 geschätzt wird, steigt der Marktanteil aller Dünnschichttechnologien auf 20%.
Eine entscheidende Entwicklung sehen die Analysten für die kommenden Jahre voraus: Mehrere Solarmärkte werden ihrer Meinung nach 2010 oder 2011 eine Größe von über 500 MW neu installierter PV-Leistung erreichen. Sogar im Finanzkrisenjahr 2009 ist der PV Markt entgegen der Vorhersagen weltweit leicht gestiegen – in Deutschland sogar sehr stark. Dadurch wird die gesamte PV-Industrie noch globaler und somit weniger anfällig für sich verändernde Rahmenbedingungen in einzelnen Schlüsselmärkten. Aus diesem Grund sei es realistisch, in den kommenden Jahren mit einem stabileren Wachstum zu rechnen, die im Jahr 2020 in einer jährlichen neu installierten PV-Leistung von 155 GW gipfelt. Dadurch gäbe es in der Zeit zwischen 2012 und 2020 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 30%. Tendenziell werden voraussichtlich die nichteuropäischen Märkte bis 2020 schneller wachsen, da sie über sonnenreiche Regionen verfügen, die einen umfangreichen Nachholbedarf an Solarstrom haben.

